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Hautpflege bei
trockener Haut

Die Hornschicht der Haut und der Säureschutzmantel auf der Hautoberfläche bilden die Hautbarriere, die vor schädlichen äußeren Einflüssen schützt und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut stabilisiert. Wenn die Hautbarriere gestört ist, wird die Schutzfunktion der Haut geschwächt. Wenn die Hornschicht durchlässig wird, verliert die Haut an Feuchtigkeit, trocknet aus und reagiert auf äußere Reize sehr empfindlich.

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Eigenschaften von trockener Haut

Bei trockener Haut ist die Hautoberfläche rau und beginnt sich zu schuppen. Sie verliert an Elastizität, bildet verstärkt feine Linien und Fältchen und spannt. Sehr trockene Haut ist zudem leicht gerötet und rissig bis hin zu offenen Stellen. Außerdem reagiert sie gereizt und gestresst auf äußere Einflüsse und neigt zu Entzündungen. All dies ist meist begleitet von unangenehmem Juckreiz.

Die Ursachen trockener Haut

Trockener Haut mangelt es an natürlichen Feuchthaltefaktoren und Hautfetten und ihre Talgproduktion ist vermindert. Dies kann vielerlei Ursachen haben. Die natürliche Hautalterung, erbliche Veranlagung oder Erkrankungen, aber auch äußere Faktoren wirken sich auf den Zustand der Haut aus.

Altersabhängige Faktoren

Sowohl bei Babys als auch bei Menschen in fortgeschrittenem Alter ist die Haut meist trocken und empfindlich. Bei Neugeborenen ist die Haut dünner als bei einem Erwachsenen und noch nicht vollständig ausgereift. Zudem sind Hornschicht und Säureschutzmantel noch nicht stabil. Folglich ist Babyhaut sehr empfindlich und trocknet schneller aus.1

Dass viele ältere Menschen unter den Folgen trockener Haut leiden, hängt mit dem natürlichen Alterungsprozess der Haut zusammen. Die Haut wird mit zunehmendem Alter trockener, da die Talgdrüsen immer weniger Fett produzieren und die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu binden, abnimmt. Außerdem verringert sich die Geschwindigkeit, mit der sich die Hautzellen erneuern. All dies führt dazu, dass die Haut in fortgeschrittenem Alter als trocken, empfindlich und dadurch verletzlich bezeichnet werden kann.2

Neurodermitis

Trockene, schuppige oder rissige Haut kann auch ein typisches Symptom für Neurodermitis sein. Der Haut von Neurodermitis-Patienten fehlt es unter anderem an den Fettstoffen, die als natürliche Feuchthaltefaktoren die Aufgabe haben, Wasser zu binden. Hinzu kommt meist eine verminderte Talgproduktion. Der daraus resultierende erhöhte Wasserverlust führt zu einer gestörten Hautbarriere und einer starken Hauttrockenheit, die meist mit ausgeprägtem Juckreiz einhergeht.

Krankheitsbedingte Faktoren

Störungen des Fettstoffwechsels sowie des Wasserhaushalts und eine verminderte Talgproduktion können unter anderem mit organischen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, wie etwa Diabetes mellitus, chronischen Darmerkrankungen oder ausgeprägten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Auch kann bei manchen Medikamenten oder Behandlungen stark trockene Haut als Nebenwirkung auftreten.

Umweltfaktoren

Äußere Faktoren können ebenfalls einen spürbaren Einfluss auf den Zustand und die Funktionsfähigkeit der Haut haben. Klimafaktoren wie Wind, starke Kälte, Hitze, Sonneneinstrahlung und geringe Luftfeuchtigkeit, wie etwa bei Heizungsluft oder in klimatisierten Räumen, können verstärkt zu trockener Haut führen. Die Verwendung unpassender Reinigungs- und Pflegeprodukte kann die Haut zusätzlich belasten. Speziell zu häufiges und intensives Waschen kann die obere Hautschicht belasten, da der Wasser-Fettschutz-Mantel der Haut angegriffen wird. Dies kann zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Hautbarriere führen.

Die Folgen trockener Haut

Trockene Haut kann der Anfang einer Art Teufelskreis sein, der zu einer stetigen Verschlechterung des Hautbildes und zunehmendem Abbau der natürlichen Hautschutzbarriere führen kann. Wenn es der Haut an Fett und Feuchtigkeit mangelt, kann die schützende Hornschicht zunehmend durchlässiger werden und ihre Schutzfunktion immer mehr verlieren. Reizstoffe, Allergene und schädliche Substanzen können dann leichter in die Haut eindringen und zu Hautirritationen bis hin zu entzündlichen Prozessen führen. Die Haut verliert dadurch zunehmend an Feuchtigkeit, was schließlich dazu führen kann, dass schon die kleinste Reizung die Haut schädigt.

Trockene Haut begünstigt auch die Entstehung von Ekzemen, die oft starken Juckreiz auslösen – womit ein weiterer Teufelskreis beginnen kann. Um sich bei starkem Juckreiz Linderung zu verschaffen, wird gekratzt. Dadurch können kleine Verletzungen der Haut entstehen, was zu einer Verstärkung der Entzündungsreaktion führen kann, wodurch die Barrierefunktion der Haut weiter geschwächt wird. In der Folge wird die bereits trockene Haut noch trockener.3

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Die Pflege trockener Haut

Eine gesunde Haut kann sich häufig selbst regenerieren, wenn sie keinen dauerhaften Belastungen ausgesetzt ist. Trockene oder empfindliche Haut kann dies meist nicht mehr leisten und benötigt Unterstützung. Eine passende und auf den Hautzustand abgestimmte Hautpflege kann die Regeneration der Hautbarriere fördern, zur Verbesserung des Fett- und Feuchtigkeitsgehalts der Haut beitragen und einer dauerhaften Hautschädigung entgegenwirken. Gleichermaßen kann die Verwendung ungeeigneter Produkte zur Reinigung und Pflege der Haut ihren Zustand auch verschlechtern. Selbst ursprünglich gesunde Haut kann dadurch belastet und strapaziert werden. Daher ist es ratsam, bei der Wahl der Pflegeprodukte und -maßnahmen ein paar Grundregeln zu beachten.

Pflegeprodukte für trockene Haut

Bei trockener Haut ist eine geeignete Reinigung und Pflege wichtig, da sie ansonsten weiter an Feuchtigkeit verlieren kann und dadurch zunehmend rau, rissig und spröde wird. Eine derart strapazierte Haut ist dann nicht mehr ausreichend vor Umwelteinflüssen geschützt.

Pflegeprodukte, die für trockene und empfindliche Haut geeignet sind, sollen helfen, den Fett- und Feuchtigkeitsmangel auszugleichen, die Barrierefunktion der Haut zu verbessern und sie vor weiterer Austrocknung zu bewahren. Welche Pflegeprodukte für die Pflege trockener Haut geeignet sind, hängt unter anderem von den Inhaltsstoffen, Pflegesubstanzen und der Beschaffenheit bzw. Art der Formulierung ab.

Die Grundlage jeder Hautpflegecreme ist ein Gemisch aus Fett und Wasser. Ein wesentliches Merkmal dafür, wie gut oder schlecht ein Produkt zur Pflege von trockener Haut geeignet ist, ist die Verteilung der Fett- und Wasseranteile. Fett und Wasser lassen sich nur unter Verwendung bestimmter Hilfsstoffe, sogenannter Emulgatoren oder Tenside, vermischen. Sie bilden dann eine Emulsion.

Zur Pflege trockener Haut sind Emulsionen mit einem hohen Fettanteil besonders geeignet, da sie auf der Haut einen leichten Fettfilm bilden. Durch diesen leichten Fettfilm kann das Entweichen der hauteigenen Feuchtigkeit nach außen verringert werden. Gleichzeitig versorgen sie die äußere Hautschicht, also die Hornschicht, mit Fett. Die Haut wird dadurch vor Austrocknung geschützt und selbst raue und schuppige Haut kann wieder an Elastizität gewinnen.

Die Verwendung einer reinen Fettsalbe ohne Wasseranteil kann bei trockener Haut hingegen nicht unbedingt zuträglich sein, insbesondere dann, wenn die Haut bereits zu Ekzemen neigt oder erste Anzeichen einer Entzündung zeigt. Anders als bei wasserhaltigen Emulsionen, deren Fettfilm auf der Haut noch luftdurchlässig ist und einen Wärmeausgleich der Haut ermöglicht, kann eine reine Fettsalbe den Luft- und Wärmeaustausch blockieren. Der dadurch entstehende Wärmestau kann die Symptome trockener Haut verstärken. In solchen Fällen ist es angeraten, einen Dermatologen aufzusuchen.

Grundsätzlich ist bei einem Pflegeprodukt nicht nur der Fettanteil, sondern auch die Art des verwendeten Fettes wichtig. Öle und Fette sind durch die Zusammensetzung ihrer Fettsäuren charakterisiert. Diese verschiedenen Fettsäuren haben unterschiedliche Eigenschaften. Eine generelle Empfehlung, welche Basis für die individuelle Pflege bei trockener Haut geeignet ist, gibt es nicht. Auch bei dieser Entscheidung kann ggf. der Rat des behandelnden Dermatologen eingeholt werden.

Hautreinigung

Waschen und Reinigen entzieht der Haut Fett und damit Feuchthaltefaktoren. Das kann trockene Haut, die bereits eine gestörte Hautbarriere besitzt, weiter belasten. Deshalb sollten zur Reinigung trockener Haut nur solche Produkte verwendet werden, die die Barrierefunktion, das Wasserbindungsvermögen und den Säureschutzmantel der Haut so wenig wie möglich beeinträchtigen. Selbst Wasser allein greift schon den Hautschutzmantel an, weshalb trockene Haut nach dem Waschen mit einer geeigneten Pflege versorgt werden sollte. In den Mitteln zur Hautreinigung kommen waschaktive Substanzen, sogenannte Tenside, zum Einsatz. Diese sorgen dafür, dass sich Fett- und Schmutzpartikel besser in Wasser lösen und von der Haut entfernt werden können. Der große Nachteil ist, dass sie dabei gleichzeitig auch die Haut entfetten.

Wie sehr die Haut beim Waschen und Reinigen beeinträchtigt wird, hängt also auch von dem verwendeten Reinigungsmittel ab. Ausschlaggebend ist hierbei neben der Art und Zusammensetzung der enthaltenen Tenside auch der pH-Wert des Produktes. Für die Reinigung trockener Haut ist es am besten, wenn der natürliche pH-Wert der Haut nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird. Der natürliche pH-Wert der Haut ist leicht sauer und umfasst den Bereich von pH 4,1 bis pH 5,8. Der pH-Wert einer herkömmlichen Seife liegt meist zwischen 8 und 11 und ist daher zur Reinigung trockener Haut eher weniger geeignet.

pH-hautneutrale Seifen oder flüssige Reinigungsmittel (sogenannte Syndets), die als Waschemulsionen, Waschlotionen, Waschgele oder Duschbäder erhältlich sind, können für trockene Haut wesentlich besser geeignet sein. Manche dieser Produkte enthalten auch Zusatzstoffe und Fettkomponenten, die für eine Rückfettung der Haut sorgen können.

Hautpflegetipps und -tricks bei trockener, empfindlicher Haut

Die gezielte und sanfte Pflege der trockenen und empfindlichen Haut trägt entscheidend dazu bei, das Hautbild zu verbessern und die Haut langfristig gesund zu erhalten. Nachfolgend einige allgemeine Tipps und Tricks, um mit einem beeinträchtigten Hautzustand gut durch den Alltag zu kommen und die beschwerdefreie Zeit so lang wie möglich anhalten zu lassen:

Tipps bei der Hautpflege

  • Verwenden Sie Pflegeprodukte, die helfen, den Fettanteil in der Hornschicht (Stratum corneum) zu erhöhen, und vor Wasserverlust schützen. Cremes, die zusätzliche Feuchthaltesubstanzen enthalten, sind besonders geeignet.
  • Verwenden Sie Pflegeprodukte mit beruhigenden Basis-, Wirk- und Pflegestoffen, die frei von Farb- und allergenen Duftstoffen sowie reizenden Inhaltsstoffen wie Alkohol sind.
  • Beim Duschen sollte die Wassertemperatur 35 °C nicht übersteigen. Auch hilft es der Haut, wenn nur einmal statt mehrmals täglich und auch nicht zu lang geduscht wird.
  • Tragen Sie die Creme nicht zu dick auf, sondern lieber häufiger und regelmäßiger, um die Haut nicht zu belasten.
  • Für die Hautreinigung sind milde, rückfettende Hautreinigungsmittel zu empfehlen.
  • Cremen Sie die Haut nach der Reinigung gut mit einer Pflegecreme oder -lotion für trockene Haut ein.

Tipps für den Alltag

  • Nehmen Sie sich Auszeiten – auch und gerade im Alltag! Manchmal reichen schon 10 Minuten pro Tag. Wichtig ist, dass Sie sich in dieser Zeit richtig entspannen, zum Beispiel mit autogenem Training (Informationen zu Kursen finden Sie bei Ihrer regionalen Volkshochschule oder Krankenkasse).
  • Schlafen Sie ausreichend und möglichst kühl! Bei einer angenehm frischen Raumtemperatur von ca. 18 °C kommen Sie nachts weniger ins Schwitzen, sodass die Haut auch weniger juckt.
  • Pflegen Sie sich! Verhindern Sie das Austrocknen Ihrer Haut durch regelmäßige, falls erforderlich auch mehrmals tägliche Anwendung von geeigneten, feuchtigkeitsspendenden Präparaten.
  • Tragen Sie kratzfreie Kleidung! Schuppige oder gereizte Haut verträgt kühlende Baumwolle besser als edle, aber leider kratzige Mohair-Wolle.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen! Gesunde Ernährung ist natürlich kein Allheilmittel. Dennoch könnten gewisse Lebensmittel nicht geeignet für Sie sein, ohne dass Sie es vielleicht wissen. Fragen Sie Ihren Arzt nach für Sie passenden Ernährungstipps!
  • Vermeiden Sie Stress! Stimmt, das klingt leichter gesagt als getan, doch es ist einen Versuch wert. Schübe mögen Stress, aber Sie mögen keine Schübe.

Tipps für die saisonale Hautpflege

  • Klimafaktoren wie Wind, Sonne und Kälte belasten die Haut. Cremen Sie die Haut deshalb gut ein, bevor Sie sich im Freien aufhalten. Im Sommer sind Pflegeprodukte mit hohem Wasseranteil, im Winter eher Pflegeprodukte mit höherem Fettanteil geeignet.
  • Vermeiden Sie häufige und intensive Sonnenbestrahlung.
  • Tragen Sie mehrmals am Tag Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auf. Nach dem Baden, aber auch nach dem Schwitzen lässt die Schutzwirkung nach und muss erneuert werden.
  • Schützen Sie sich auch vor der Wintersonne, insbesondere in den Bergen und bei Schnee.
  • Schützen Sie die Haut im Winter vor Austrocknung. Kalte Luft und kalter Wind strapazieren insbesondere die Haut im Gesicht und an den Händen.

Quellenangaben für diesen Beitrag:

https://dha-allergien.de/pdfs/hautpflege.pdf
1 https://www.haut.de/haut/babypflege/aufbau-der-babyhaut/
2 https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-26-2016/pflege-alter-haut, Petra Staubach
3 https://aerztezeitung.at/2011/oaz-artikel/medizin/trockene-haut-neurodermitis-atopische-dermatitis/